15.01.14Diesen Artikel drucken

Anomale luftraumbezogene Phänomene

NARCAP-Deutschland nun mit eigener Webseite

Weltweit sind über 4.000 Fälle anomaler luftraumbezogener Phänomene (Unidentified Aerial Phenomena, UAP) dokumentiert. NARCAP-Deutschland hat zum Ziel, diejenigen Fälle aufzuklären, bei denen eine Relevanz für die Sicherheit der Luftfahrt im Allgemeinen oder für einzelne im Bereich der Luftfahrt Tätige im Besonderen nicht ausgeschlossen werden kann. Dazu werden vertrauliche Meldungen von Piloten und Luftfahrtpersonal entgegengenommen.

Als Unidentified Aerial Phenomena werden sowohl physische Objekte als auch sphärische Erscheinungen (z.B. leuchtende Objekte ohne klar erkennbare Form, Struktur oder Abgrenzung) bezeichnet, die innerhalb der Erdatmosphäre – und hier zumeist in dem von Luftfahrzeugen genutzten Teil des Luftraums – auftreten und die mit den heute zur Verfügung stehenden technischen Mitteln und wissenschaftlichen Erklärungsmöglichkeiten nicht identifiziert werden können.

NARCAP-Deutschland operiert auf der Grundlage der Richtlinie 2003/42/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Juni 2003 über die Meldung von Ereignissen in der Zivilluftfahrt. Mit dieser Richtlinie wird das ordnungspolitische Ziel verfolgt, dass angesichts der Befürchtung, "dass es aufgrund des prognostizierten Anstiegs des Verkehrs in naher Zukunft zu einem Anstieg der Unfallzahlen" in der Zivilluftfahrt kommen könnte, über das Melden von sicherheitsrelevanten Ereignissen eine Verbesserung der Sicherheit erreicht werden kann.

Als nationales Luftfahrt-Meldezentrum beteiligt sich NARCAP-Deutschland nicht an der wissenschaftlichen Diskussion über UFOs. Die Gruppe ist 2011 als Repräsentanz des US-amerikanischen National Aviation Reporting Center on Anomalous Phenomena (NARCAP) gegründet worden. Seit 2014 wird auf einer eigenen Webseite umfassend dargestellt, worum es konkret geht. Personell ist NARCAP-Deutschland aus der MUFON-CES-Arbeitsgruppe "Pilotensichtungen" hervorgegangen. Das Verhältnis zwischen NARCAP-Deutschland und MUFON-CES ist gekennzeichnet durch den Austausch von Informationen und die Zusammenarbeit in fachlichen Fragen.

Die Relevanz des Themas wird aktuell durch einen Fall aus Bremen verdeutlicht, wo die Polizei nach einer Störung des Luftverkehrs durch ein UAP wegen "gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr" ermittelt.

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